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Die Dorfkirche St. Arbogast in Muttenz793 n. Chr. wird das Dorf Muttenz in einer Urkunde zum ersten Mal erwähnt. Es gehörte zum weltlichen Besitz des Domkapitels von Strassburg. Es setzte Lehensträger ein (von diesen stammen die Burgen auf dem Wartenberg). 1306 kam Muttenz an Oesterreich (Lehensträger u.a. die Münch von Münchenstein). Nach dem Erdbeben von 1356 vereinigten die Münch die Herrschaft Muttenz und Münchenstein. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Petersstift in Basel zuständig (Münch sind verarmt), 1515 kam Muttenz durch den Kauf an Basel, seit der Teilung des Kantons Basel 1833 gehört Muttenz zum Kanton Baselland. Die Kirche war dem heiligen Arbogast geweiht, dem ersten fränkischen Bischof von Strassburg. Geschichte| 8. - 9. Jh. | erster Kirchenbau | | um 1100 | zweiter Kirchenbau | | um Mitte 12. Jh. | dritter Kirchenbau (teilweise erhalten) | | 14. Jahrhundert | 1356 | beim Erdbeben von Basel wird die Kirche teilweise zerstört (Turm, Gewölbe, Nordwand). Für den Wiederaufbau der Kirche ist Konrad Münch-Löwenberg zuständig. Deshalb ist sein Wappen überall in der Kirche zu finden (Mönch und Löwe). | | 15. Jahrhundert | 1420 | Turm erhöht (Wappen Münch-Eptingen am Turm) | | | 1435 | stiftet Agnes von Brandis eine Glocke. Als Schutz für die Bewohner des Dorfes Muttenz in kriegerischen Zeiten wird um die Kirche eine Wehrmauer erstellt. (7 m hoch) | | | 1450 | Kirche wird mit Malereien versehen | | | 2. Hälfte 15. Jh. | Das Petersstift Basel ist nun zuständig: Beinhaus erbaut | | 16. Jahrhundert | 1504 | Holzdecke (Ulrich Bruder, Tischmacher Basel) | | | 1507 | Kirche neu ausgemalt (unter Einbezug der Arbogast-Legende und der Auferstehungsnische) | | | 1513 | Beinhaus mit Malereien versehen | | | 1517 | Basel kauft Muttenz | | | 1529 | Reformation Alle Malereien werden übertüncht | | 17. Jahrhundert | 1618 | Taufstein erstellt | | | 1630 | Empore gebaut und neue Fenster eingefügt (N/S Seite anstelle je ein Fenster deren zwei). Der Turm wird um ein Geschoss erhöht (Abschluss nun mit Spitzhelm). | | 19. Jahrhundert | 1880/81 | Renovation: Man entdeckt die Malereien und lässt vom berühmten Muttenzer Künstler Karl Jauslin von allen Gemälden Pausen und Aquarelle herstellen. Danach übertüncht man die Malerei wieder. Ausnahme: das Jüngste Gericht. Es wird von Karl Jauslin restauriert (das hiess damals, Strich für Strich möglichst genau übermalen). Die Gemeindeversammlung beschliesst den Abbruch der Wehrmauer, was jedoch der Zürcher Kunsthistoriker J.R. Rahn verhindern kann. | | 20. Jahrhundert | 1973 | Gesamtrestaurierung unter Denkmalpfleger Dr. HR Heyer und Einbezug von eidg. Experten (Wandbilder unter der Leitung von Dr. E. Weddigen, Restauration B. de Dardel und M. Stähli). Orgel: Neidhart & Lhòte, Genf 1976 |
Die WandmalereienKirchenschiff | S-Seite | Marienleben (1507) und die Zehn Gebote | | W-Seite | Das Jüngste Gericht (1507) 1884 vom berühmten Muttenzer Künstler Karl Jauslin übermalt. | | N-Seite | Passion (1507) Auferstehungsnische (1450) | | S/W/N | Apostelzyklus (1507, datiert auf der N-Seite bei Matthäus) mit Glaubensbekenntnis | | Der Name des Malers ist nicht bekannt. Stilvergleiche (Apostel Matthäus oder Christopherus am Beinhaus) deuten auf den Basler Maler Urs Graf |
Vorchor | N-Seite | Apostel-Medaillon (Anfang14. Jh., älteste Malerei) über der Sakristeitüre Gegenüber ist ein weiterer Teil eines Medaillons erkennbar (ebenso im Chor) | | | Legende des hl. Arbogast (um 1450) | | | 1. Bild: König Dagobert mit Gefolge bringt seinen auf der Jagd tödlich verunglückten Sohn Siegbert zu Arbogast, dem Bischof von Strassburg, und bittet um Hilfe | | | 2. Bild: Dagobert und Gemahlin stehen beim betenden Bischof Arbogast. Der erweckt Siegbert vom Tode; dieser öffnet die Augen und setzt sich auf | | Gewölbe | Wappenfolge Münch-Löwenberg (2. Hälfte 14. Jh.) restliche Malereien stark zerstört | | S-Seite | Maria Himmelfahrt und Marienkrönung (teilweise erkennbar) über dem Fenster | | | Legende des hl. Nikolaus (um 1450) Nikolaus schenkt drei Jungfrauen Goldkugeln, um sie damit vor dem Verkauf an ein Freudenhaus zu retten Darüber ein Engel, der eine der eine Damastdraperie hält (Ende 15. Jh.) |
Beinhaus | Fassaden | links Christopherus über der Tür der hl. Michael rechts eine Schutzmantelmadonna Jahreszahl über dem Fenster: 1513 | | im Inneren | Das Jüngste Gericht (1513) | | | Legende der dankbaren Toten (1513) Ein Ritter betet jeweils beim Vorbeigehen für das Seelenheil der Toten und wird dabei eines Tages von Räubern überfallen. Da eilen die Toten ihm zu Hilfe und vertreiben die entsetzten Räuber. |
Helen Liebendörfer Quelle: HR. Heyer / E. Murbach Schweizerischer Kunstführer, Basel 1976 
Kirche, Ausschnitt aus dem Apostelzyklus um 1507. | 
Beinhaus, Ausschnitt aus der Legende der dankbaren Toten. |
Hier noch ein Link zum "Glockengeläut" der Dorfkirche St. Arbogast: www.youtube.com/neuenschwande#play/search/1/xALhY0AUuwo
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